Umstände

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UMSTÄNDE

Mal ein bißchen polemisch sein. Ich bin im Schwabenland aufgewachsen. Meine Mutter erzählte mir, sie sei sehr lange „kreuzunglücklich“ gewesen, da es viele Jahre gedauert hat, bis sie als Vertriebene mit den Schwaben Freundschaften schließen konnte. Ich habe dieses seltsame Völkchen auch als sehr verschlossen und abweisend wahrgenommen.

Verglichen mit den Odenwäldern sind die Schwaben aber sowas von freundlich, spontan, offenherzig, großzügig und hilfsbereit, das konnte ich mir vor dem Umzug hierher nicht vorstellen. Beispiel: ich habe einen Walldürner kennengelernt (deren Familie seit Generationen hier lebt), der einen Handwerksbetrieb hat und eine Unterstellmöglichkeit für sein Gerüst suchte.

Er erzählte mir, hunderte von Kubikmetern leere Räume, Häuser und Hallen stehen hier ungenutzt herum. Ihm als „Urgestein“ ist es aber lange nicht gelungen, einen Abstellplatz für sein Gerüst zu finden. Da wunderte es mich nicht mehr, hier als „Fremder“ keinen Platz für meinen Krempel zu finden.

Das erklärt auch, daß ich mich hier in Walldürn als nicht willkommen wahrgenommen habe, auch da mir mein Schmerz ins Gesicht geschrieben steht. Darüber hinaus kommt noch ein wichtiger Faktor hinzu: es fällt mir sehr schwer, Dinge zu verdrängen. Dadurch werde ich hier in dem neuen Zeitalter (ohne Abstand zwischen den Individuen und der neuen Resonanz; siehe Licht/Wandlung) durch die Starrheit der Odenwälder als „toxisch“ wahrgenommen.

Fremde? Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber dieser Fremde ist nicht von hier.  
Methusalix (leicht modifiziert)

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